Mini-Aktivitäten-Ansatz – kleine Aktivitäten, die gut tun

Wenn Schmerzen da sind, wird selbst das, was uns normalerweise guttut, manchmal anstrengend. Man weiss eigentlich, dass Bewegung, soziale Kontakte, eine Pause oder etwas Schönes helfen könnten – aber gerade dann fehlt oft die Energie, damit anzufangen.

Genau hier setzt der Mini-Aktivitäten-Ansatz (MAA) an.

Der MAA zeigt: Du musst nicht gleich dein ganzes Leben verändern. Manchmal reicht eine kleine Aktivität von weniger als zwei Minuten, die dir jetzt gerade guttut. Einmal bewusst aufstehen und ein paar Schritte gehen. Tief durchatmen. Jemanden anlächeln. Ein Lieblingslied hören. An einen schönen Moment denken. Die Sonne auf der Haut spüren. Jemandem eine liebe Nachricht schreiben.

Kleine Aktivitäten können einen Unterschied machen – weil du nicht nur darüber nachdenkst, was dir guttun könnte, sondern es direkt ausprobierst.

Vom Wissen ins Tun

Der MAA verbindet Erkenntnisse aus Resilienzforschung, positiver Psychologie und Ergotherapie mit etwas ganz Einfachem: Tun. Denn Wissen allein verändert noch nicht viel. Erst wenn wir etwas ausprobieren, können wir erleben: Das tut mir gut. Das kann ich selbst beeinflussen. Das möchte ich wieder machen. Gerade bei Schmerzen oder belastenden Lebenssituationen kann dieser kleine Perspektivenwechsel wichtig sein. Der Schmerz ist da – aber er muss nicht alles bestimmen. Der nächste kleine Schritt darf trotzdem möglich sein.

Dein persönlicher Aktivitäten-Werkzeugkasten

Der MAA funktioniert in drei Schritten:

1. Ausprobieren & Erleben
Du probierst kleine Aktivitäten aus und spürst, was sich für dich gut anfühlt.

2. Dein Repertoire erweitern
Du sammelst diejenigen Mini-Aktivitäten, die zu dir und deinem Alltag passen.

3. Flexibel einsetzen
Mit der Zeit entsteht dein persönlicher Aktivitäten-Werkzeugkasten. Je nach Situation kannst du auswählen, was du gerade brauchst – zum Auftanken, Runterfahren, Aktivieren, Verbinden oder für einen kleinen Perspektivenwechsel.

So wird aus vielen kleinen Erfahrungen etwas Grosses: mehr Handlungsspielraum und mehr Vertrauen darin, selbst etwas für das eigene Wohlbefinden tun zu können.

Wissenschaftlich entwickelt und international gelehrt

Der Mini-Aktivitäten-Ansatz wurde 2015 von Barbara Aegler, Franziska Heigl und Fay Zischeck entwickelt – drei Ergotherapeutinnen mit Erfahrung in Schmerztherapie, Handtherapie und Rheumatologie.

Seitdem wurde der Ansatz mehrfach publiziert und an nationalen und internationalen Fachkongressen vorgestellt. Die erste Publikation erschien 2017, 2019 folgten unter anderem die Publikation „Das tut gut – Mini-AktivitätenAnsatz“ in ergopraxis sowie eine Publikation in den Niederlanden. Der Ansatz wurde unter anderem am COTEC-ENOTHE-Kongress in Irland, am Ergotherapie-Kongress in den Niederlanden und am internationalen Handkongress in Berlin präsentiert. Er ist unterdessen auf fünf Sprachen übersetzt: englisch, französisch, italienisch, niederländisch und spanisch.

Heute geben wir dazu Workshops und Vorträge für Fachpersonen in der Schweiz und im Ausland. Der MAA wird dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern vor allem ausprobiert und erlebt.

Und was hat das mit deinen Schmerzen zu tun?

Sehr viel.

Denn bei Schmerzen geht es nicht nur darum, was weh tut. Es geht auch darum, was trotz der Beschwerden noch möglich ist und was dir Kraft gibt. Der MAA hilft dir, den Blick wieder auf das zu richten, was in deinem Einflussbereich liegt. Nicht mit grossen Vorsätzen, sondern mit kleinen Schritten.

Ausprobieren. Spüren. Was tut gut? Wiederholen. Variieren. Und Schritt für Schritt deinen eigenen Werkzeugkasten aufbauen. 

Denn manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem grossen Plan - sondern mit einer Mini-Aktivität.